Ulmer Laufnacht am 02.07.2010
Freitag, 02.07.2010 – 19:25 Uhr gings auf die Piste – Ziel: Blaustein im Blautal bei Ulm. Um 20:50 Uhr stand ich dann bei der Nachmeldung und füllte meinen Meldebogen aus. Nach Erhalt der Startnummer 567 gings zurück ins Auto um mich mental auf den Lauf vorzubereiten und mich umzuziehen. Die Hitze war fast unerträglich – dazu kam ein flaues Gefühl im Magen – ich hatte doch etwas Respekt vor dem Lauf – aber nicht nur das…Ich hatte mal wieder etwas Magenprobleme – trotzdem wollte ich diesen Lauf unbedingt machen. ich hatte dieses Jahr noch keinen langen Läufe absolviert und da ich in Kürze noch etwas weiter laufen möchte, sollte dieser Lauf mal als erster Gradmesser herhalten…
Kurz nach 23:00 Uhr war der Start und es ging mit Filmmusik der “Pirates of the caribean” und einem Feuerwerk. Die Stimmung war Klasse und die Nervosität war wie weggeblasen.
Mit am Start war eine Mitläuferin (Sabine) der Burgberg Runners. Mich nervte von Anfang an die Stirnlampe und ich zog sie nach 2 km ab. Unbeleuchtet, schnorrte ich das Licht der Mitläufer und versuchte in der N8 schnell mein Tempo zu finden. Sabines Tempo und meines schien zusammen zu passen, also liefen wir gemeinsam. Beim ersten längeren Anstieg musste ich dann mal kurz ins Gebüsch, es bieb nicht das einzige Mal
Nach dem kurzen Boxenstopp gings locker weiter und ich lief schnell wieder auf Sabine auf. Was ich vermisste waren Kilometerangaben, die kamen leider nur alle 5 Kilometer – das war gegenüber meinen (Halb-)Marathons eine gewisse Umstellung. Aber man konnte sich darauf einstellen und so war das, nachdem man mal richtig im Laufen war, kein Problem mehr. Die ersten 5 Kilometer legte ich in 32:24 Minuten zurück – das fand ich soweit OK. Durch die N8 wurde das Laufen schnell etwas meditativer als sonst… – ich lief und lies meine Gedanken streifen. Die erste Verpflegungsstation kam nach 10 km – endlich. Ich brauchte 32:10 min und tankte ordentlich Nüsse und Wasser und Iso. Die Temperaturen waren immer noch sehr warm und ich schwitzte ungewöhnlich stark.
Ca. 2 Kilometer später wieder Boxenstopp in den Büschen… – mein Magen meldete sich auch… – shit – so wie es aussieht werd ich wohl demnächst nen längeren Boxenstopp einlegen dürfen. Weitere 2 Kilometer später war es dann soweit – nix ging mehr – ich musste “groß”
Also ab in den Wald und los… – nach genau 34:00 Minuten lief ich an der 15 Kilometer Markierung vorbei… – ca 3 Kilometer später hatte ich dann Sabine wieder eingeholt… – es ging weiter aber mein Magen zeigte an, dass das heute echt “scheiße” laufen wird
Noch zwei weitere Male musste ich “rechts raus” und immer wieder lief ich dann los um auf Sabine aufzulaufen… – das kostete Kraft und bei meinem letzter Aufholversuch musste ich dann erstmals ne Steigung kurz gehen. Im Kopf konnte ich mir schon nicht mehr vorstellen weiterzulaufen und jegliche Visualisierung bezüglich Zieleinfaluf verflog wie ne Seifenblase…
Ab Kilometer 40 schmeckte dann auch die Verpflegung nicht mehr und ich merkte, wie es in meinem Magen gluckste und gluckerte.. – irgendwie fühlte sich das dann auch nicht so gut an – aber weil ich permanent am überholen war, konnte ich mich doch weiter am Laufen halten und bei Kilometer 45 kam dann auch die Zuversicht es unter 5:30 h zu schaffen. Klar, die Zeit war/ist für mich eigentlich unterirdisch, aber das war für den Abend so mein Minimalziel und jegliche Motivation auch nur etwas Richtung deutlicher Verbesserung dieses Minimalziels hinaus zu leisten verflüchtigte sich schlagartig. So lief und ging ich abwechselnd die letzten 5 Kilometer und erst kurz vor Schluss, als ich tatsächlich nochmal überholt wurde, kam der Ehrgeiz zurück und ich lief wieder so schnell um die dreisten Überholer
hinter mir zu lassen.
So kam ich direkt hinter Sabine nach ca 5:27 h ins Ziel und war zwar KO aber durchaus zufrieden… – immerhin bin ich jetzt ein Ultraläufer – ok – vielleicht (noch) nicht ganz, weil ich ja am Schluss ne kleine Gepause hatte, aber egal – für mich bin ich jetzt ein echter Ultraläufer
