Frankfurt Marathon die 2.
Nach bescheidenem Laufjahr mit immer wiederkehrenden Problemchen und dann vor allem auch immer größer werdenden Motivationsprobleme, sollte der Frankfurt Marathon einen versöhnlichen Abschluss bilden.
In der 10 wöchigen Vorbereitung war ich 4 mal auf der Bahn und legte 4 lange Läufe hin. ansonsten lief ich maximal 50 Kilomter – die vorletzte Woche lief ich noch 2 mal in der letzten Woche lief ich gar nicht mehr… – nicht unbedingt optimal. Aber es zeigt bei mir einfach die Problematik des unmotivierteren Läufers. Der alltägliche Lauf ist schon lange nicht mehr alltäglich und so fällt es mir unheimlich schwer mich ausserhalb des Laufens in der Laufgruppe zum zusätzlichen Laufen zu bringen.
Trotzdem war ich guter Dinge in Frankfurt 3:40 zu schaffen. 3:40 – lächerlich gegenüber meiner Zielzeit von 3:10 die ich mir für dieses Jahr vorgenommmen hatte. Aber lächerlich oder nicht – 42,195 km sind kein Pappenstiel und daher sollte ich unabhängig meiner eigentlichen Ambitionen auch den Marathonlauf nicht auf die leichte Schulter nehmen.
Mit etwas flauem Gefühl ging ich daher an den Start. Nach ca. 5 km sah ich mich darin auch bestärkt und fing bereits an mich zu fragen, warum ich mir das eigentlich dieses Jahr antue. Ich kam schlecht ins Laufen, meine Uhr musste ich zurückstellen, da ich vergessen hatte vorher den Speicher zu leeren und das alles beschäftigte mich zu sehr, anstatt mich einfach locker in den Lauf zu bringen. Nach ca. 8 km spürte ich bereits meine Wade. Trotzdem wollte ich nicht aufgeben und versuchte (eigentlich leicht dämlich) mir etwas mehr Druck zu machen und 5 er Schnitt zu laufen. Und tatsächlich, nach 2 weiteren Kilometeren fand ich meinen Rhythmus und fing an meine Gedanken schweifen zu lassen und den Lauf zu genießen.
Ich dachte an meinen ersten Frankfurt Marathon, erkannte bekannte Ecken hier und da und lief in Gedanken wieder wie 2004 mit Verena, die mich damals ab Kilometer 28 gnadenlos ablederte
Lange Rede kurzer Sinn, bis zum Einlauf in die Messehalle konnte ich nahezu konstant meine Kilometer abspulen. Gegen Ende musste ich zwar wacker beißen, lief aber dennoch fast komplett im 5er Schnitt durch und konnte mit der Zeit von 3:33:39 auch wirklich zufrieden sein.
Die Lockerheit, war jedoch ein Trugschluss, denn an den beiden Tagen danach hatte ich heftigsten Muskelkater, d.h. ich bin wohl ziemlich perfekt im Rahmen meiner Möglichkeiten gelaufen.
Wie geht es jetzt weiter?
Primär möchte ich das Laufen wieder mehr in meinen Alltag integrieren und einfach mehr an meinem Tempo arbeiten. Die zwei 10 Kilometerläufe an Silvester und 3-König sollen mich mal in die Nähe der 40 Minuten bringen. Das wird sicher keine einfache Angelegenheit – aber um mich wieder in schneller Regionen zu bringen ist vor allem Tempoarbeit angesagt und das macht nunmal nicht soviel Spaß.
Wenn ich mich bis Silvester hier verbessern kann, werde ich auf alle Fälle im Frühjahr wieder einen Marathon angehen.
