Vom Winde verweht…
Donnerstag abend 19:15 Uhr – ich komme am Bahnhof in Crailsheim an. War in München zu einer Besprechung und hatte noch Glück mit ICE und IC und nur 45 Minuten Verspätung nach Crailsheim zu kommen. Kyrill tobte bereits sehr kräftig und brachte den Bahnverkehr in Deutschland nahezu komplett zum Erliegen. Von Crailsheim darf ich jetzt noch ca. 6,5 – 7 km mit dem Fahrrad nach Hause. Jetzt die Frage – zuhause anrufen und mich abholen lassen – oder dem Wind die Stirn bieten?
Ich hab mich für die 2. Variante entschieden, da ich meine Frau nicht auch noch bei dem Sturm ausser Haus jagen wollte.
Nach 1 km hab ich meine Entscheidung bereits bereut. Plakate flogen an mir vorüber, Äste flogen durch die Gegend und für knapp 2 Kilometer musste ich auch auf der B290 fahren. Ich musste mich massiv gegen den Wind lehnen der schräg von rechts vorne kam und mich immer wieder mitten auf die Fahrbahn schob… Als ich endlich auf dem freien Feld war, kam ich nur noch schrittweise vorwärts…
Ich glaube eine maximalen Dosis Adrenalin im Blut schob mich gnadenlos gegen den Wind und so kämpfte ich mich Meter um Meter Richtung zuhause.
Als ich zuhause auf die Uhr sah, konnte ich kaum glauben, dass ich nur 25 Minten vom Bahnhof nach hause gebraucht habe – patsch nass geschwitzt und fix und fertig – aber ohne Zwischenfölle.
Als zusätzliche Trainingseinheit sicherlich beachtenswert – aber ehrlich gesagt saublöd sich so einer nicht kalkulierbaren Gefahr auszusetzen… Fahrrad fahren bei nahezu jeder Witterung – klar – aber sicher nicht bei jeder Witterung!!
Schließlich gibt es noch eine 3. und 4. Variante: Bus und Taxi!
Also – beim nächsten Mal das Hirn einschalten und nicht vom Winde verweht hirnlos in die Nacht radeln!
