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Mein zweiter langer Lauf über 30 km – Bestzeitenversuch sub 3:20!

Oktober 20, 2008 Von: Martin Kategorie: Laufen, Wettlaufen

So, gestern gings zum Bottwartalmarathon. Bis Samstag abend war ich mir nicht sicher, ob ich es risikeren sollte. Meine Wade zickte die letzte Zeit immer wieder und auch meine Laufmotivation nochmals die Quälerei Marathon in diesem Jahr auf mich zu nehmen war auch nicht gerade hoch. Trotzdem, durch die gute 10er Zeit letzte Woche war ich einfach der Überzeugung es könnte klappen und so fuhr ich morgens um 6:30 Uhr Richtung Großbottwar.

7:30 Uhr war ich wohl der erste Nachmelder – alles lief noch etwas unkoordiniert, aber sehr ser freundlich. Zu meiner Überraschung bekam ich als Nachmelder nur einen Umschlag in die Hand mit der Startnummer. Kein Beutel mit Probezeugs etc. das gabs hier nur für die Voranmelder… – wobei – eigentlich nur eine kleine Randnotiz.

Ich ging zurück zum Auto und hatte noch gut 2:15 h bis zum Start um 10:00 Uhr. Kurz vor dem Start war die Temperatur immer noch bei verdammt kühlen 2,5 Grad und ich war mir total unsicher, ob ich im kurzen T-Shirt laufen sollte oder nicht.

Ich entschied mich für die kurze Variante, mangels Handschuhen zog ich ein paar Laufsocken über die Hände, da es zum ohne Handschuhe loslaufen für mich viel zu kalt war.

Obwohl es am Anfang sehr eng zuging konnte ich bereits den ersten Kilometer mit 4:30 min laufen. Ich nahm das Tempo raus und versuchte mich bei 4:45 min einzupendeln. Das gelang leidlich, denn der Marathon ist sehr hügelig und kurvig und so ist es eigentlich unglaublich schwer konstant zu laufen. Ich bewegte mich dennoch kontinuierlich im Rahmen von 4:38 und 4:45 – lediglich zwei Ausreisser (4:30 min)  nach unten und einen nach oben (4:53 min) und mit 1:38:xx h kam ich absolut im Soll zum Halbmarathon. Ein Läufer meiner Laufgruppe lief den Halbmarathon und hat mich begleitet – Danke Gunther, war cool!

Jetzt noch 10 Kilometer das Tempo halten und dann laufen was das Zeug hält! So zumindest war der Plan. In der Realität gestaltete es sich leider völlig anders. Schon Kilometer 22 brachte für mich völlig überraschend nur eine 4:55 min und meine Wade fing auch an zu zwicken.

Bei Kilometer 23 lief ich dann wieder 4:45 – aber ich konnte mein rechtes Bein nicht mehr komplett strecken und ich dachte an Aufgabe. Bei Kilometer 24 mit 4:56 min war mir klar sub 3:20 wird das heute definitiv nicht mehr. Kilometer 25 mit 4:44 min war nochmal ein kleines Highlight und Kilometer 26 mit 4:45 auch – aber ich musste bereits kämpfen und das zu dieser Zeit im Marathon, selbst wenn die Beine/Waden halten würden, der Kopf macht das bei mir solange einfach nicht mit. Ich kann mich so aus der Erfahrung heraus maximal 10 Kilometer puschen und mich gedanklich aus meinem Körper verabschieden und ablenken! Kilometer 27 gabs nochmal ne 4:45 und Kilometer 28 eine 4:50. Noch könnte ich – vielleicht doch??? Hoffnung??? Nein, Kilometer 29 dann 5:04 min – kämpfen auf – weiter nicht jetzt schon aufgeben – und tatsächlich Kilometer 30 gabs die 4:51 min und die klitzekleine Hoffnung, die Wade würde doch irgendwie halten. Ausserdem: Nur noch 12 Kilometer ;-)

Ab Kilometer 31 gings dann aber voll “bergab”. Ich wurde langsamer und langsamer. Ab Kilometer 35 dann erstmals 5:16 min. Bei Kilometer 36 5:43min und dann zwei Kilometer 5:21. Kilometer 39 nochmal 5:08 – Kilometer 40 und 41 gabs eine 5:30 und die letzten 10195 Meter gab es eine 6:42.

Das ergab eine Endzeit von 3:26:51 und die Auffrischung der Erkenntnis, dass 42,195 km verdammt lang sein können ;-)

Wer noch nie Marathon gelaufen ist, bzw. wer beim Lauf absolut auf bestzeitenjagd an seine Grenzen kommt muss Antworten parat haben. Antworten wenn man unsicher fragt ob men es wohl schafft, ob man es durchhält, ob man aussteigen soll. Und man muss sich in den Arsch treten können, wenn man den Lauf gedanklich bereits in die Tonne tritt und lieber um Gnade winseln möchte, als die Beine einfach weiter zügig zu bewegen. Das alles ist mir am Sonntag nicht 100% gelungen, daher gabs auch kein 100%iges Ergebnis. Der sehr wellige Lauf – mein 10. offizieller Marathon -war sehr sehr hart – und ich war nicht bereit mich mit aller vehemenz zu stellen. Trotz allem war die Stimmung am Streckenrand unglaublich positiv und ich bin mir sicher, ich werde hier nochmals laufen. Das Publikum war klasse und hat mir geholfen, den Lauf trotz allen Widrigkeiten durchzustehen. Es war sensationell wie einen kleine Kinder anfeuerten, wie man gelobt und angetrieben wurde und es war toll auch ruhigere Momente mit einer wunderschönen Landschaft zu genießen! Zumiondest bis zu dem Moment als der innere Dialog anfing ;-)

Bei bestem Laufwetter hat es also nicht gereicht meine eigene Bestleistung zu toppen – schade.

Trotz allem war es ein tolles Laufjahr für mich und ich werde die nächste Zeit mit ruhigen Läufen wieder Kraft tanken um im Frühjahr, frisch motiviert, wieder loslegen zu können – und dann klappt es bestimmt!

Tags: Marathon

4 Antworten to “ Mein zweiter langer Lauf über 30 km – Bestzeitenversuch sub 3:20! ”

  1. Gravatar von Gerd # 1 Gerd Schreibt:
    Oktober 20th, 2008 um 21:53

    Du bist doch erst vor kurzem ein Marathon gelaufen. Mein lieber Mann! Du mutest Dir aber was zu. Und mit muskulären Problemen 3:26:51 ist doch OK! Viele hätten den Lauf wahrscheinlich hin geschmissen. Da Lob ich mir deine Durchsetzungskraft und deinen eisernen Willen. Mach es nicht schlechter wie es ist.
    Jeder gelaufene Marathon ist es wert stolz darauf zu sein!

  2. Gravatar von Martin # 2 Martin Schreibt:
    Oktober 21st, 2008 um 05:01

    Danke Gerd. Ich will es auch gar nicht schlecht machen. Ich ziehe nur aus Wettkampfsicht eher enttäuscht ein Fazit. Aus der Sicht wieder mal einen Marathon gelaufen zu sein fällt das Fazit durchaus positiv aus, da das mit meinem Knie auch alles andere als selbstverständlich ist.

    Zum Lauf selbst habe ich noch eine kleine Ergänzung:Wem die Zeit nicht an erster Stelle steht, dem kann ich diesen Lauf mit Blick auf Weinberge, alte Fachwerkhäuser, mit vor allem auf der zweiten Hälfte eher ruhigeren Momenten und dann wieder der tollen Atmosphäre in den Dörfern absolut empfehlen.

    Am Anfang meiner “Marathonkarriere” dachte ich immer, ich brauche die Atmosphäre der großen Citymarathons. Heute weiß ich auch die kleineren Marathons absolut zu schätzen.

  3. Gravatar von Hannes Christiansen # 3 Hannes Christiansen Schreibt:
    Oktober 21st, 2008 um 10:22

    Eine Woche nur Pause nach dem 10er ist wenig, und dann auch noch eine zwickende Wade. Wie du sagst, aus “Marathonsicht” ein Erfolg.
    Die Bestzeit gibt es dann, wenn du dich das nächste Mal speziell auf einen marathon vorbereitest.

  4. Gravatar von ultraistgut # 4 ultraistgut Schreibt:
    Oktober 21st, 2008 um 18:50

    Wenn man bedenkt, dass du diesen Marathon schon mit Macken in den Beinen an den Start gegangen bist und das Profil wohl anspruchsvoll war, kannst du dir nur gratulieren.

    Sei nicht unzufrieden mit dieser Zeit, es fehlen nur ein paar Minuten, um unter 3:20 zu laufen, was ist das schon, und was hätte es geändert, ein paar Glücksgefühle mehr und eine Bestzeit im Sack, mehr nicht !

    Nächstes Jahr fällt er – ganz bestimmt ! ;)

← Ich habe einfach keine Zeit – *kicher*…
Lange nicht da und erstmal aufgeräumt…. →
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