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Mein erster langer Lauf über 30 km ;-)

September 22, 2008 Von: Martin Kategorie: Laufen, Trainingstagebuch, Wettlaufen

So, obwohl ich noch keinen 3 h Lauf und keinen Lauf über 30 km in den Beinen habe, bin ich gestern am Brombachsee Marathon gestartet. Um mir morgens keinen Stress zu machen mit aufstehen und nach Pleinfeld zu fahren, bin ich schon nachts gefahren und hab in meinem Auto geschlafen.

Die Nacht war kühl aber im Auto war es kuschelig warm und morgens vor dem Aufstehen hab ich die Kiste kurz beheizt. 6:45 Uhr hab ich mich dann nachgemeldet. Das “T-Shirt” als normalerweise “M” tragender Läufer wurde mir in “XS” angepriesen und hat gepasst. Irgendwie bekloppt, dass das mit den Größen nicht mehr zuverlässig passt. Hätte ich “M” genommen, hätte ich wahrscheinlich bis nach Weihnachten warten müssen, um es eingermassen passend sitzend zu haben ;-)

Noch kurz 4 Gels gekauft und dann zurück zum Auto. Startnummer befestigt, gefrühstückt, 2 Gels mit Sicherheitsnadeln an meiner kurzen Laufhose befestigt und 2 in die “Hecktasche”. Dann  hab ich gegrübelt, mit was für Klamotten ich heute laufen soll. Es sah sehr grau aus und es war verdammt frisch. Gut ich hatte noch über 2 Stunden zum Start, aber es sah nicht so aus, dass es deutlich besser werden wird. Ich trank meine letzte Tasse Kaffee, entschied mich innerlich schon mal für kurzes T-Shirt und kurze Hose und las in den Schlafsack gekuschelt an einem Buch weiter.

Um 08:00 Uhr machten sich schon viele auf den Weg zum See und ich wurde kurz unsicher, ob ich mich mit der Zeit vertan hatte – aber nein – Start 9:30, also weiterlesen. 08:30 hab ich mich dann über meine Banane hergemacht und danach gings erstmal auf die Toilette.

Zurück am Auto hab ich mich dann wie bereits innerlich festgelegt “kurz” angezogen und mich um 09:10 Uhr Richtung Start auf den Weg gemacht und mich dabei leicht warm gelaufen. Kurz nochmal auf die Toilette und 2 Minuten vor dem Start war ich dann auch schon am Startblock. Dort stellte ich fest, dass mein Garmin 201 sich “aufgehängt” hatte und auf keinen Tatstendruck reagierte. Na ja, egal, will ja ohne großen Druck einfach so laufen und dazu brauch ich ja nicht die exakten Zwischenzeiten – also – lief ich nur mit einer alten Polaruhr ohne Zwischenzeitmöglichkeit – selbst Schuld ;-)

Kurz vor dem Start noch mal nen Schluck Iso und losgings – erster Kilometer 4:15 – hmmm – etwas schnell – oder? beim zweiten Kilometer dasselbe Spiel und ich bin dabei auf eine der lokalen Laufgrößen aufgelaufen, der später (als Testlauf) mit 2:56 h finishte. Ok – ich fühlte mich zwar gut, aber das Hirn gab den Beinen den unmissverstäündlichen Befehl Tempo raus und sich an frühere Marathons zu erinnern die allesamt dann sehr hart wurden wenn es zu schnell losging. Danach pendelten sich meine Kilometerzeiten so zwischen 4:30 – 4:40 min ein und ich versuchte den Lauf um den großen Brombachsee zu genießen. Es war immer noch kühl, aber ich hatte das Gefühl, dass meine Kleiderwahl die richtige war.

In der Zwischenzeit hatte mich die schnellste Frau überholt und dann die zweitplazierte auch noch. Als dann Frau Nummero 3 kam, dachte ich es wäre wieder an der Zeit etwas schneller zu laufen. Es war aber wirklich nur ganz wenig schneller und hat gepasst. zeitweise im Gleichschritt geatmet und gelaufen, die Läuferein drückte fein säuberlich jeden Kilometer ab und so konnte ich mich am Lauf erfreuen und lies das Tempo machen. Nein nicht in dem Sine von Führungsarbeit und vorne raus und so, sondern im Sinne von Zeitmanagement ;-) Um den Igelsbachsee lief es einfach super. Bei Kilomter 10 hab ich mein erstes Gel genommen. Wir wurden überholt und haben überholt, und haben uns wunderbar  in einen gleichlaufenden Rythmus  laufen können. So ging es Ratz fatz, dass wir das erste mal über den Damm zwischen großem und kleinem Brombachsee liefen. In der Zwischenzeit holten wir Stück für Stück auf die Läuferin Nummer 2 auf.

Um den kleinen See war es in den vergangenen Jahren immer sehr schwierig gleichmäßig zu laufen, da die Kilometerschilder definitiv nicht stimmten. Auch dieses Jahr war das nicht 100% optimal – aber da ich eh nur mitlief war es mir eigentlich egal. Kurz vor Halbmarathon wurde meine Mitläuferin plötzlich langsamer. Ich nahm mein zweites Gel und auch etwas das Tempo raus, aber sie lief trotzdem nicht mehr auf mich auf, also hab ich wieder versucht mein Tempo zu finden. Halbmarathon 1:36:xx – Mist, das geht sich nicht aus, das ist bestimmt etwas zu schnell. Trotzdem lief es bis Kilometer 25 weiter super. In der zweiten Runde um den kleinen See wurde es hart denn aus heiterem Himmel machte die rechte Wade zu – ich spürte wie ich kurz vor einem Krampf stand. Ich versuchte mich anders zu bewegen um das Unheil zu verhindern. Nach zwei weiteren Kilometern war es wieder besser und ich leerte an jeder Getränkestation etwas kühles Wasser über die Wade. ging und trank und lief dann langsam wieder los.Zwischen Kilometer 25 und 27 nahm ich mein 3. Gel. – Bis auf die Waden fühlte ich mich super…

Bei Kilometer 30 war ich immer noch sehr ordentlich unterwegs obwohl mir mittlerweile auch die linke Wade Probleme machte. Bis Kilometer 33 oder 34 konnte ich das Tempo noch weitgehend halten, dann musste ich mehr und mehr in den Schlurfschritt übergehen um ja keinen Krampf zu risikieren. In der Zwischenzeit nahm ich mein 4. Gel – und fühlte mich körperlich immer noch gut – also der Fettstoffwechsel scheint auszureichen – es kam keine Wand und kein Mann mit dem Hammer – nur mit “dicken Waden” ;-)

Meine Mitläuferen hatte sich in der Zwischenzeit wieder gefangen und konnte locker an mir vorbeiziehen. Ich kämpfte mich durch und wurde mehr und mehr überholt. Läufer regten sich über die Nordic Walker auf, über dieses und jenes. Ich dagegen versuchte das Umfeld so weit es ging zu genießen, bedankte mich bei Walkern die Platz machten und kippte weiter kräftig Wasser über die Waden und Cola bzw. Bier in meinen durstigen Körper. Die Strecke ist wirklich genial zund das mit den Nordic Walkern sollte man halt sportlich nehmen ;-)

Bei Kilometer 40 gab ich die Hoffnung auf noch unter 3:30 zu finishen. Zu sehr zwickte die Wade zu vorsichtig musste ich laufen und doch – im Ziel 3:29:48 – damit ganz Ok. Im Ziel traf ich dann noch meine Mitläuferin – sie wurde 4. und blieb knapp unter 3:24 – Glückwunsch…

Und für mich? Bin ich zufrieden? Es war das mein schnellster Brombachseemarathon und mein zweitschnellster Marathon überhaupt vor dem München Marathon von 2005 damals mit 3:29:57. Daher sollte man nicht unzufrieden sein und ich bin es auch nicht – zumindest hab ich dieses Mal den Start nicht verschlafen ;-)

Bekomm ich meine Wade noch bis zum zweiten Herbstmarathon in den Griff, fällt meine bisherige Bestzeit aus dem Jahr 2006 mit 3:20:09 mit ziemlicher Sicherheit!

Andererseits, wie kann ich grad an Bestzeiten denken – jetzt  möchte ich jetzt erstmal wieder schmerzfrei laufen können – mein Muskelkater lässt grüßen!

Tags: Brombachsee Marathon

11 Antworten to “ Mein erster langer Lauf über 30 km ;-) ”

  1. Gravatar von ultraistgut # 1 ultraistgut Schreibt:
    September 22nd, 2008 um 12:03

    Sag ich doch, geht auch ohne mehr als 30 km in der Vorbereitung zu laufen. Gut gemacht – Glückwunsch, Gruß an den Muskelkater !

  2. Gravatar von Gerd # 2 Gerd Schreibt:
    September 22nd, 2008 um 20:19

    So einfach mal einen Marathon unter 3:30 zu laufen!
    Du bist mir einer ;-)
    Super Leistung und herzlichen Glückwunsch.

  3. Gravatar von Torsten # 3 Torsten Schreibt:
    September 23rd, 2008 um 09:31

    Glückwunsch zu der super Leistung !!!

    Nach einer Nacht im Auto hätte ich noch nicht mal 5 m laufen können

    Gruß
    Torsten

  4. Gravatar von Martin # 4 Martin Schreibt:
    September 23rd, 2008 um 21:20

    @ultraistgut: sorry, aber der Muskelkater ist schon kaum mehr ansprechbar – puuuh – was ein Glück…
    Ach ja, für meinen nächsten Marathon hab ich ja jetzt einen langen Lauf über 30 km :-)

  5. Gravatar von Martin # 5 Martin Schreibt:
    September 23rd, 2008 um 21:22

    @Gerd, Ultraistgut und Torsten – vielen Dank für die Glückwünsche – bin echt froh, es so ordentlich gepackt zu haben…

  6. Gravatar von LocalZero # 6 LocalZero Schreibt:
    September 24th, 2008 um 00:02

    Cool! Und mutig, ohne “richtige” Vorbereitung da an den Start zu gehen.

    Aber was bedeutet schon “richtig”? Das Ergebnis zählt. Und das ist prima.

    Herzlichen Glückwunsch!

    Grüße
    Lars

  7. Gravatar von die Erleberin # 7 die Erleberin Schreibt:
    September 29th, 2008 um 12:34

    Glückwunsch zu der Super-Zeit. Was hast du dir denn fü deinen “eigentlichen” Herbstmarathon vorgenommen als Zielzeit? Ich lese gern, wenn Leute schreiben, dass sie Kilometer ruhig und gleichmäßig hinter sich bringen. Da will ich nervöses Huhn auch hin – und endlich sicher unter 3:30 finishen können, was meinem Vermögen eigentlich schon längst entspricht, aber…
    Bin für Tipps dankbar. Dir weiterhin viel Erfolg!

  8. Gravatar von Martin # 8 Martin Schreibt:
    September 29th, 2008 um 21:03

    Falls ich meine Waden in den Griff bekomme laufe ich mit 4:30 – 4:35 min/km an. Wenn mein Puls im “Normbereich” bleibt, laufe ich das soweit die Füße tragen – wenn ich merke dass das zu schnell den Puls hochtreibt gehe ich auf 4:40 oder 4:45 min/km zurück. Ziel ist 3:15 h zu laufen. Schöner wäre 3:10 h aber ich denke dafür bin ich wahrscheinlich
    a)einfach auf der Unterdistanz zu langsam
    b) zu wenig lange Läufe gelaufen

    wenn aber alles passt, dann zieh ich die 4:30 min/km durch!

    Laufe ich ohne Zeitvorgabe wie zuletzt, versuche ich mich in einem “angestrengten Wohlfühltempo” einzupendeln – das kann auch schiefgehen, aber wenn ich das Tempo gefunden habe versuche ich im Einklang mit mir einfach möglichst gleichmäßig zu laufen ohne “ziehen” zu müssen, denn sonst ist es auf der ersten Hälfte schon zu schnell…

    Nur, das mit dem gleichmäßigen Laufen ist so ne Sache. Ich bin am Anfang meiner Laufkarriere immer mit Pulsuhr gelaufen und wusste meine Kilometermarkierungen. Bei meinen schnelleren Läufen versuchte ich dann immer gleichmäßig zu laufen und “auf die Sekunde” die Zeit zu treffen… Hört sich blöde an … – aber ich hab so relativ schnell recht gleichmäßig zu laufen gelernt. Das mit der Pulsuhr ist aber nur eine Hilfe, keine absolute Vorgabe eine Mitläuferin von mir meinte immer sowas braucht sie nicht, sie läuft nach Gefühl ;-)

    Als ich ab und zu auf die Bahn bin um Intervalltraining zu machen, habe ich am Anfang immer je 100 m die Zeit überprüft um immer ein gleichmäßiges Tempo hinzubekommen und um die schnellen Einheiten nicht im Endspurt abschließen zu müssen um die Vorgaben zu erfüllen. Ich hab mein Gefühl wirklich trainieren müssen…

    Im Wettkampf ist das aber auch alles einfach pure Theorie. Ich setz mir ne Vorgabe was ich laufen will. Dann lauf ich los und wenn mein Puls für mich im gewünschten Zielbereich ist und das Tempo zu meiner Zielvorgabe passt, dann behalt ich es bei, ansonsten reduzier ich etwas. Zulegen tu ich normalerweise erst ab der Hälfte – wenn ich da nicht schon am kämpfen bin ;-)

    Ich bin mir sicher, das mit dem gleichmäßig Laufen kann bei dir gar kein Problem sein, sonst würdest du doch 100 km gar nicht schaffen – oder? Vielleicht ist es der Wunsch nach zuviel gewesen (bisher)? Lauf doch mal komplett ohne Uhr und wirklich nur nach Gefühl – versuch bewusst langsam einzusteigen und nur auf dich zu hören? Oder versuch dich auf den ersten 5 Kilometern auf deine Geschwindigkeit einzulaufen und schalte dann die Uhr ab?! Hal Higdons (www.halhigdon.com) Trainingspläne trainieren ja speziell das Marathon(ziel)tempo – damit du praktisch automatisch deine Geschwindigkeit findest find ich ne gute Idee!

    Vielleicht passt ja ein Marathon dieses Jahr noch in deinen Kalender und dann läuft alles von alleine – ohne Druck…

    Sollte bei mir jetzt 3:15 nicht fallen – dann pack ich es eben nächstes Jahr! Wobei da ja eigentlich spätesten die 3:10 fallen sollen – tssss – Träume ;-)

  9. Gravatar von markus # 9 markus Schreibt:
    Oktober 1st, 2008 um 18:05

    Hallo,

    lustig.. da stößt man einfach so auf einen Blog, welcher auch am Brombachsee gelaufen ist. Bin zwar nur Halbmarathon gelaufen, war aber trotzdem super schön! :-)

    Gruß Markus

  10. Gravatar von ultraistgut # 10 ultraistgut Schreibt:
    Oktober 2nd, 2008 um 12:39

    Das Gleichmäßig-Laufen stellt sich meiner Erfahrung nach von alleine ein, ist man nicht unbedingt ein Sklave des Pulsmessers.

    Man bekommt ein besseres Zeitgefühl, kennt seinen Rhythmus, und ist dann in der Lage, die Strecken in gleichmäßigem Tempo abzuspulen.

  11. Gravatar von Christoph # 11 Christoph Schreibt:
    Oktober 8th, 2008 um 19:05

    Gratuliere!

    Ist sicher ein großartiges Gefühl!

    Von solch einer Distanz bin ich derzeit noch Lichtjahre entfernt ;-)

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