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Motivation – nicht immer “edel” ;-)

November 01, 2006 Von: Martin Kategorie: Allgemein, Laufen

Woher kommt meine Motivation zum Laufen?

Als ehemaliger Wettkampfsportler (Fußballer – höhö) wuchs ich in einem Umfeld auf, indem man seine Motivation und seinen Trainingsfleiß etc. uter anderem auch aus der Tatsache zog sich gegen Konkurrenten auf seiner Position durchzusetzen(durchsetzen zu wollen) und wenn man dann auf dem Platz stand sich gegenüber dem Gegenspieler zu behaupten und als I-Tüfelchen natürlich auch aus der Tatsache gewinnen zu wollen.

Wenns gut lief konnte man also an einem Spieltag 3 Siege einfahren… – und selbst Niederlagen waren einfach auch Motivation es beim nächsten Mal besser machen zu wollen…

Dieses Gewinnen, der Vergleich im Wettkampf fiel von heute auf morgen bei mir verletzungsbedingt weg – Fußball – bye bye…

Als ich dann mit dem Laufen begann, war es anfänglich vor allem der Kampf mit mir selbst – wider des Aufgebens. Dabei motivierte vor allem das gemeinsame Ziel mit den anderern Mitläufern gemeinsam auf einen Marathon zu trainieren und im Training mithalten zu können.

Die Bindung zu den anderen Läufern, das Mitleiden und Mitfreuen über persönliche Niederlagen und persönliche Siege und auch die Unterstützung der anderen Läufer war für mich eine zusätzliche Motivation. Nur, gewinnen zu wollen ist und kann in meiner Leistungsklasse kein realistisches Ziel sein – dazu bin ich einfach nicht gut genug…

Um das zu kompensieren muss man sich andere Ziele /Anforderungen setzen/stellen um für sich selbst zu gewinnen. So ist es für mich motivierend mir Zeitziele zu setzen und diese zu erreichen (und wenn man es nicht geschafft hat, das dann bei nächsten Mal zu schaffen). Dabei muss das Ziel keineswegs immer schneller als ein bereits erreichtes Ziel sein. Für mich sind Zeitziele eine Unterstützung / ein Anhaltspunkt um in bestimmten Bereichen zu trainieren und mich auf das Ziel zielgerichtet vorbereiten zu können.

Neben diesen Zeitzielen gibt es aber auch weniger “edle” Ziele die vielleicht sogar noch motivierender sind, als Zeitziele.

Welche Ziele das sind? Ich spreche hier von Zielen im “Wettstreit” Mann gegen Mann (oder Frau gegen Mann oder Frau gegen Frau etc…) gegen einen persönlichen Konkurrenten…

Wer so etwas ist?

Na ja, in jedem Lauftreff in jeder Gruppieung finden sich in der Regel ein paar Jungs und Mädels in ähnlichen Leistungsregionen, die sich gern in internen Trainingswettstreits im Endspurt messen oder im Marathon lieber ihr Zeitziel nicht erreichen, als hinter einem persönlichen Konkurrenten einzulaufen.

Besonders fordernd und fördernd ist der persönliche Konkurrent dann, wenn er etwas besser ist. So ist die Motivation einfach noch etwas größer es immer und immer wieder zu versuchen und an der Stärke des Konkurrenten zu wachsen…

In meiner Laufgruppe ist es so, dass ich leider keinen Mitläufer habe, der etwas besser ist, als ich. Hab ich dann Pech, da mir dieser “Motivationsturbo” praktisch nicht zur Verfügung steht? Nein, denn ich behelfe mir hier mit einem Trick. Zum Einen gibts bei uns gelegentliche Endspurts im Training, bei eher gemächlichen Läufen gibt es hier durchaus Läufer die den Anforderungen an einen privaten persönlichen “Konkurrenten” entsprechen und so sind diese Spurts sehr fordern und in der entsprechenden Trainingsphase auch sehr fördernd, denn alle daran beteiligten Läufer beißen und gehen an die Grenzen… sowas fällt alleine unheimlich schwer – und jede Niederlage wird zur Motivation das bei gelegentlicher Wiederholung zu korrigieren…!

Zum Anderen behelfe ich mir auch mit einem Läufer in meiner Gruppe, “dem ich es unbedingt zeigen will”. Bei mir in der Laufgruppe gibt es dazu einen idealen Prototypen des “einem zu zeigen wollens”.

Dieser Prototyp lästert und provoziert und spielt sich dabei selbst gern in den Vordergrund. Sobald ich ein Motivationsloch habe, spiele ich seine “höhnische” Stimme in meinem Kopfkino ab: “du hast es halt nicht drauf – schnell trainieren und schnell laufen sind halt zwei Paar Stiefel – du trainierst falsch” usw. herrlich – so schlecht kann kein Wetter sein, dass mich hindert eine Extraschicht einzulegen…

Wie gesagt – “edel” ist diese Form der Motivation vielleicht nicht – aaaaaaber sie funktioniert… und der Beziehung zu meinem Mitläufer tut das keinen Abbruch – denn so habe ich ein Ventil, das mir innere Genugtuung verschafft und mich nicht hindert ansonsten mit ihm prima klarzukommen :-)

Primär bleibt jedoch meine Hauptmotivation der Spaß am Laufen, die Gewissheit mir und meinem Körper etwas gutes zu tun und dabei Stress abzubauen und zu entspannen. Sollte diese Motivation mal nicht ausreichen hab ich aber (siehe oben) genügend Möglichkeiten ein Motivationstief zu kompensieren…

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Eine Antwort to “ Motivation – nicht immer “edel” ;-) ”

  1. Gravatar von kaputnik # 1 kaputnik Schreibt:
    Dezember 6th, 2006 um 09:15

    Mittlerweile hat sich die Beziehung zu meinem Mitläufer leider stark verändert – hat nichts mit diesem Bericht hier zu tun…. – werd ich bei Gelegenheit unter der Überschrift “Laufgruppen nicht immer ein Genuss” nochmals aufarbeiten.

    Schade!

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